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Ragnarök
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Ragnarök

Das Schicksal der Götter — das Ende, das kein Ende ist.

Ragnarök — wörtlich „Schicksal der Götter" — ist die nordische Prophezeiung vom Weltenende. Anders als andere Apokalypsen ist Ragnarök aber kein Strafgericht und kein Sieg des Guten über das Böse. Es ist das, was unvermeidlich geschieht, wenn die Zeit reif ist. Und das Bemerkenswerteste: es endet nicht mit Vernichtung, sondern mit einer neuen Welt.

Die Vorzeichen

Vor Ragnarök kommt Fimbulvetr — der gewaltige Winter. Drei Winter hintereinander ohne Sommer dazwischen. Schnee aus allen Richtungen, Hunger, Brüder töten Brüder, Recht und Sitte brechen zusammen.

Die Weltenesche Yggdrasil ächzt. Die Sonne und der Mond werden von den Wölfen Sköll und Hati verschlungen. Der Hahn Gullinkambi kräht in Asgard, der rostrote Hahn in Hel, der Hahn Fjalar ruft die Riesen. Die Zeit ist da.

Die letzte Schlacht

Die Riesen brechen aus Jötunheim, das Schiff Naglfar — aus den Nägeln der Toten gebaut — sticht in See, angeführt von Loki, der sich aus seinen Fesseln befreit hat. Der Midgardschlange Jörmungandr, die in den Tiefen der Meere liegt, windet sich an die Oberfläche. Der Wolf Fenrir reißt die Fesseln des Gleipnir entzwei.

Auf der Ebene Vigrid treffen sich die Heere: Einherjar aus Valhalla, von Odin angeführt — gegen Jötnar, Feuerriesen mit Surt an der Spitze, Fenrir, Jörmungandr, Loki und die Toten aus Hel.

Die Tode der Götter

  • Odinfällt durch den Wolf Fenrir. Sein Sohn Víðarr rächt ihn, indem er Fenrirs Kiefer mit einem magischen Schuh zerbricht.
  • Thortötet die Midgardschlange Jörmungandr — und stirbt neun Schritte später am Gift der Schlange.
  • Tyrfällt im Kampf mit dem Höllenhund Garmr, beide töten einander.
  • Heimdallund Loki töten sich gegenseitig am Rand der Schlacht.
  • Freyrfällt gegen Surt — weil er sein magisches Schwert einst für die Liebe aufgab.
  • Surtwirft am Ende sein Flammen­schwert über die Welt und verbrennt alles — Midgard, Asgard, Yggdrasil.

Der Neubeginn

Das ist das Überraschende an Ragnarök: Es ist nicht das Ende. Aus dem Meer, das über allem liegt, steigt eine neue Erde. Jung und grün, ohne Schuld, ohne Gift.

Einige Götter überleben — Víðarr, Váli, Thors Söhne Magni und Móði. Baldur kehrt aus der Totenwelt zurück. Zwei Menschen, Líf und Lífþrasir, überleben in der Eibenhain Hoddmímis — und bevölkern die neue Welt.

Diese Botschaft — dass die Welt enden kann und wird, aber ein neuer Anfang folgt — war den Wikingern wichtig. Sie lebten im Wissen um ihr eigenes Ende und das der Götter. Gerade deshalb lebten sie kraftvoll, denn jede Tat zählte in der Zeit, die blieb.

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