Die Triquetra ist ein Geflecht aus drei spitzen Bögen — wie drei Fischblasen, die zueinander zeigen. Eine durchgehende Linie verbindet sie, sie hat weder Anfang noch Ende. Vorchristlich kannte sie schon das nordische Pantheon (auf dem Haggia-Sophia-Stein eingeritzt, im Buch von Kells gemalt), und mit der Christianisierung wurde sie zum Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit. Beides ist richtig.
Vor- und nachchristliche Bedeutung
Vor der Christianisierung galt die Triquetra in keltisch-germanischen Räumen als Zeichen der drei großen Mutterfiguren — der Maiden, Mother, Crone (Jungfrau, Mutter, Greisin) der nordischen und keltischen Religion. Manche Gelehrte verbinden sie auch mit den drei Welten Erde, Meer und Himmel, oder mit der Dreigestalt der Mondgöttin.
Mit dem Christentum nahm das Symbol nahtlos die Trinität auf — Vater, Sohn, Heiliger Geist. Die endlose, sich selbst durchschlingende Linie wurde zum Bild der ewigen, ungebrochenen Einheit der drei Personen. Im Buch von Kells (um 800 n. Chr.) und im Buch von Durrow ist sie zentrales Ornament.
Geometrie
Die klassische Triquetra besteht aus drei Vesica Piscis (Fischblasen-Form), die im 120°-Winkel zueinander stehen. Manchmal wird sie zusätzlich in einen Kreis eingeschlossen — dann steht der Kreis für die Einheit, die die Dreiheit umfasst, und das Geflecht für die Vielheit, die in der Einheit lebt.
Heutige Verwendung
- •Auf irischen und schottischen Hochzeitsringen (oft als Trinity Knot Ring) für die Dreiheit „Liebe, Treue, Ehre".
- •In Tattoo-Kunst — eines der beliebtesten keltischen Tattoo-Motive, oft kombiniert mit anderen Knoten.
- •In Pop-Kultur: das Symbol der Hexenserie „Charmed", in „Vampire Diaries" als Schutzzeichen, in keltischer Folkmusik allgegenwärtig.
- •In moderner Schmuckherstellung — als Anhänger, Ohrringe, Wandschmuck. Funktioniert auch in minimalem Stil.




