Der Claddagh ist das jüngste Symbol auf dieser Liste — er ist „nur" 400 Jahre alt. Entstanden im irischen Fischerdorf Claddagh am Rand von Galway, wurde er erst zum Familienschmuck, dann zum nationalen Symbol Irlands und schließlich zu einem der bekanntesten irischen Exporte überhaupt. Die Geschichte dahinter ist romantisch genug, um wahr zu sein.
Die Geschichte
Im 17. Jahrhundert wurde Richard Joyce, ein junger Goldschmied aus Galway, von Piraten gefangen genommen und an einen maurischen Goldschmied in Algerien verkauft. Über vierzehn Jahre lernte er dort die Kunst der filigranen Goldverarbeitung. Die ganze Zeit dachte er an seine Verlobte zu Hause.
Als er endlich freigekauft wurde und nach Galway zurückkehrte, war seine Verlobte ihm treu geblieben. Aus Dankbarkeit und Liebe schmiedete er ihr einen Ring — zwei Hände, die ein Herz halten, eine Krone darüber. Drei Symbole, eine Botschaft. Das war der erste Claddagh.
Ob die Geschichte bis ins Detail stimmt, lässt sich nicht mehr klären. Was sicher ist: Im 17. Jahrhundert begannen Goldschmiede in Galway, diese Ringe zu fertigen. Und sie hörten nicht mehr auf.
Was die drei Elemente bedeuten
- •Hände— Freundschaft. Die Hände halten, sie greifen nicht.
- •Herz— Liebe. Im Zentrum, von beiden Händen gehalten.
- •Krone— Treue. Sie steht oben, weil sie alles andere überstrahlt.
Wie er getragen wird
Eine Eigentümlichkeit des Claddagh: die Richtung des Herzens verrät den Beziehungsstatus der Trägerin oder des Trägers.
- •Rechte Hand · Herz nach außen— Single. Frei, offen, suchend.
- •Rechte Hand · Herz nach innen— vergeben, aber noch nicht verlobt.
- •Linke Hand · Herz nach außen— verlobt.
- •Linke Hand · Herz nach innen— verheiratet.
Mehr als ein Ring
Der Claddagh ist nicht nur Schmuck. Er wird oft von Eltern an Töchter, von Großmüttern an Enkelinnen weitergegeben. In manchen irischen Familien existiert ein einziger Claddagh-Ring, der seit fünf Generationen wandert. Wer ihn empfängt, empfängt mehr als Gold.



