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Bindrunen — Rituale der Verflechtung

Mehrere Runen, zu einem einzigen persönlichen Zeichen verschlungen.

Eine Bindrune ist ein Zeichen, das aus mehreren Runen zusammengesetzt ist — nicht nebeneinander geschrieben, sondern ineinander verwoben. Wikinger trugen solche Bindrunen als Amulette, schnitzten sie in Schwertgriffe und malten sie auf Schilde. Jede Bindrune ist persönlich: zwei gleiche Bindrunen sollten es eigentlich nicht geben.

Was unterscheidet eine Bindrune von einem Sigill?

Beides sind verdichtete Zeichen — die Technik ist verwandt. Der Unterschied: Sigille können aus beliebigen Buchstaben und Symbolen entstehen. Bindrunen bestehen ausschließlich aus Runen des Elder (oder Younger) Futhark. Sie sind sozusagen das „Original".

Außerdem: Bindrunen haben in der nordischen Tradition oft einen Namen — der Träger gibt ihnen eine persönliche Bedeutung, die er laut aussprechen kann.

Eine eigene Bindrune entwerfen

  • 1Drei bis maximal fünf Runen wählen — mehr wird unübersichtlich.
  • 2Die Runen auf Papier nebeneinanderlegen. Gemeinsamkeiten suchen: welche Striche lassen sich teilen, welche kreuzen sich natürlich?
  • 3Die Runen so übereinanderzeichnen, dass sie gemeinsame Grundstriche teilen. Häufigster Trick: eine senkrechte Hauptlinie, alle Runen darum herum.
  • 4So lange skizzieren, bis ein einzelnes, geschlossen wirkendes Zeichen entsteht.
  • 5Der Bindrune einen Namen geben — ein Wort, das ihre Absicht trägt.

Klassische Bindrunen

  • GefionFehu + Gebo + Othala — für Fülle, Partnerschaft und Heimat. Oft in Ehebund-Ringen.
  • TrutzruneThurisaz + Algiz — scharfer Schutz nach außen, verbunden mit Wachsamkeit.
  • SigwaldeSowilo + Tiwaz — für Sieg durch gerechten Kampf. Auf Schwertscheiden und Schilden.

Wohin mit der fertigen Bindrune?

Traditionell wird die Bindrune in Holz geschnitzt oder in Metall gegraviert. Als Anhänger am Leder­band getragen, in einen Ring geschlagen, in das eigene Zuhause­tor geritzt. Weniger traditionell, aber schön: als Tätowierung — aber nur wenn der Träger wirklich weiß, was jede Rune bedeutet und wozu die Verflechtung dienen soll.

Wer sich unsicher ist: mit Tusche auf Pergament zeichnen, eine Woche tragen, spüren, ob das Zeichen passt — dann erst dauerhaft verewigen.

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