Die einzelne Spirale ist das vielleicht erste Zeichen, das Menschen geschnitzt haben. Eingemeißelt in Steine, Felswände, Höhlendecken auf allen Kontinenten — schon vor 10.000 Jahren. Die Kelten haben das vorgefundene Symbol übernommen und in eine ganze Symbolsprache integriert: aus einer Spirale wird Triskele, aus zwei Spiralen ein Knoten, aus vielen ein Lebensbaum.
Was eine Spirale erzählt
Eine Spirale ist mehr als ein Kreis. Ein Kreis kehrt zum Anfang zurück. Eine Spirale tut das auch — aber auf einer anderen Ebene. Sie kommt zurück, aber sie kommt verändert zurück. Wie das Leben selbst.
Die Drehrichtung war den Kelten wichtig:
- •Im Uhrzeigersinn (rechtsläufig)— die Sonne, das Wachstum, das Hinausgehen, das Aktive.
- •Gegen den Uhrzeigersinn (linksläufig)— der Mond, die Innenschau, die Rückkehr, das Empfangen.
Die Spirale in der Natur
Die Kelten waren Beobachter der Natur. Spiralen sahen sie überall: in Schneckenhäusern, in Farnknospen vor dem Ausrollen, in Tannenzapfen, in den Sternenwirbeln am Nachthimmel. Heute wissen wir auch, dass die DNA, die Galaxien und die Strömung des Wassers spiralig sind. Die Kelten ahnten es.
Die Goldene Spirale (Fibonacci) liegt in der Anordnung von Sonnenblumenkernen, in Muscheln und in der Anordnung der Blätter um einen Stamm. Wenn ein Symbol so oft in der Natur auftaucht, hat es Gewicht.
Wo Spiralen zu finden sind
- •Newgrange— der ganze Eingangsstein des irischen Megalithgrabes ist mit Spiralen bedeckt.
- •Knowth & Dowth— Schwesterngräber, ebenfalls voller Spiralen.
- •Gavrinis (Bretagne)— ein Megalithgrab, dessen Innenwände komplett mit Spiralen bedeckt sind.
- •Tarxien (Malta)— vorgeschichtliche Tempel mit ähnlichen Mustern.
- •Schottische Pictsteine— späte, christianisierte Spiralen.




